Wie steht es um die Gletscher?
Seit dem historischen Maximalstand um 1850 haben die Alpengletscher bis 1980 jährlich etwa 0,5 Prozent ihres Volumens verloren. Die Verluste stiegen zwischen 1980 und 2000 auf rund 1 Prozent pro Jahr an und sind inzwischen auf 2 bis 3 Prozent angewachsen. Im Extremsommer 2003 gingen geschätzte 8 Prozent (5 bis 10 Prozent) des Gletschereises in den Alpen verloren. Aufgrund von Modellrechnungen gehen Wissenschafter heute davon aus, dass bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts die Hälfte bis drei Viertel der heutigen Gletscherfläche verschwinden werden. Dies hat Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit, die Energieproduktion und den Tourismus.
Quellen: Das Klima ändert - was nun? OcCC, 2007; Haeberli et al., 2007; Zemp et al., 2006
Gletscher dominieren die Landschaft und das Leben der Bergler seit jeher. Sie sind Quell wichtiger Ressourcen und sind ein wichtiges Element der Schönheit alpiner Ökosysteme. Veränderungen werden sichtbar: Die Gletscher reagieren sehr sensibel. Besonders in den vergangenen zehn Jahren war der Rückzug des Eises erheblich: Seit 1999 verloren Schweizer Gletscher rund 12 Prozent ihres Volumens, das heute noch gespeicherte Wasser entspricht knapp zwei Dritteln des Genfer Sees.
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Was bedeutet der Klimawandel für den Lebensraum Alpen? Die Folgen des Klimawandels gehören zu den größten Bedrohungen für das Bergökosystem Alpen. Hier reagiert die Natur besonders empfindlich, da sich nirgendwo sonst in Europa so viele sensible Naturräume auf vergleichsweise kleiner Fläche befinden. Nach neueren Modellrechnungen ist im Alpenbereich mit einer doppelt so hohen Erwärmung wie im Bundesdurchschnitt zu rechnen und das Risiko von Extremwetterereignissen wird zunehmen.
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), 2008. Klimawandel in den Alpen. Fakten - Folgen – Anpassung. 92 S.
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Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), 2008. Klimawandel in den Alpen. Fakten - Folgen – Anpassung. 92 S.
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Das sichtbarste Zeichen der Klimaänderung ist das Abschmelzen der Gletscher: Wir sind Zeitzeugen des schnellsten Gletscherschwundes seit Jahrtausenden.
Das Gletscherarchiv ist eine alpenweite Fotodokumentation mit Gletschervergleichen. Als Grundlage dient ein Archiv von mehreren tausend historischen Gletscheraufnahmen. Jeweils vom gleichen Standort wie bei dem historischen Bild werden im Sommer die aktuellen Vergleichsfotos gemacht. Auf eindringliche Weise zeigen die Bildvergleiche den Schwund des Gletschereises.
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Die meisten Menschen denken an eine allmähliche Erwärmung des Klimas, wenn sie den Begriff «anthropogene Klimaänderung» hören (anthropogen = durch den Menschen verursacht). Es ist jedoch auch möglich, dass besonders starke oder sogar abrupte Klimaänderungen einsetzen. Derartige Prozesse sind mit kritischen Schwellen im Klimasystem, sogenannten Kipp-Punkten verbunden. Bereits geringe Änderungen im Klimasystem können bewirken, dass Kipp-Punkte erreicht werden.
Umweltbundesamt (Hrsg.) 2008. Kipp-Punkte im Klimasystem - Welche Gefahren drohen? Hintergrundpapier. Dessau. 27 S.
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Umweltbundesamt (Hrsg.) 2008. Kipp-Punkte im Klimasystem - Welche Gefahren drohen? Hintergrundpapier. Dessau. 27 S.
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Die Webseite der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) ist der Thematik Gletscher als Naturgefahr gewidmet. Die von Gletschern ausgehenden Gefahren werden wissenschaftlich geschildert. Die gefährlichen Gletscher werden vorgestellt und in einer Synthese zusammenfassen dargestellt. Ausserdem wird das Vorgehen bei der Planung geeigneter Sicherheitsmassnahmen erörtert.
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Die Webseite der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) informiert über das schweizerische Gletschermessnetz. Die Veränderungen der Gletscher im Schweizer Alpenraum werden jährlich gemessen. Die aktuellen Resultate und Graphiken sowie zusätzliche Informationen werde auf dieser Webseite dargestellt. Die Zahlen und Fakten der einzelnen Gletscher lassen sich direkt über interaktive Karten und Listen auswählen.
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Der Winter 2006/07, der wärmste Winter seit Messbeginn, hat den Gletschern zugesetzt. Die weitaus meisten zogen sich im vergangenen Jahr erneut zurück. In steilen und aperen Felswänden wärmte sich auch der Permafrost zum Teil auf. Im flachen Gelände kühlte er ab. (Artikel von Martin Hölzle, erschienen in der NZZ, 7. Februar 2008)
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